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Text von Roland Regner zur Ausstellung:

Roland Regner (geb. 1978 in Kusel / Rheinland-Pfalz) studierte von 2008 bis 2012 Fotografie/Medien an der Akademie der bildenden Künste in Essen bei Thomas Zika. 2012 wurde er zum Meisterschüler ernannt. Von 2012 bis
2014 Studium des Master Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), u.a. bei Prof. Ulrich Görlich, Prof. Cécile Wick, Prof. Christian Hübler und Erik Steinbrecher.
Teilnahme an Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. Museum Helmhaus Zürich, Chinretsukan Galerie Tokyo, Forum Schlossplatz / Kunstraum Aarau, Beton7 Galerie Athen, NRW-Forum Düsseldorf, Størpunkt Galerie für zeitgenössische Kunst München und Künstlerforum Bonn.
Seit 2018 arbeitet Roland Regner als Dozent im Fachbereich Fotografie/Medienkunst an der Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen. Er lebt und arbeitet in Köln und Zürich.


Roland Regner hinterfragt in seinen Arbeiten nicht nur die Fotografie und ihre Bedeutung als solche (und begibt sich damit auf eine Fotografie-immanente Meta-Ebene), sondern er öffnet auch unseren Blick auf mögliche andere, uns bislang weniger vertraute Wahrnehmungshorizonte. Seine künstlerische Arbeit zeichnet u.a. aus, die Auswirkungen technischer Verfremdung sowie den Distanzierungseffekt der Fotografie sichtbar und in seiner Materialität verständlich zu machen. Dabei eröffnet er Einblicke in Materialitäten, die in zeitgenössischen Gegenwartsanalysen oft nicht präsent sind.

Seine Arbeiten sind als künstlerisch vollzogene Eingriffe in sonst als unveränderlich definierte Konsistenz-Maschinerien zu verstehen.


In seinem fortlaufenden Projekt Arché transformiert der Künstler unter Rückgriff auf unterschiedliche technische Strategien sein gesamtes biografisches Fotoarchiv. Er unterwirft all jene fotografischen Bilder, die ihn in vergangenen Lebenssituationen abbilden jeweils spezifischen, für die einzelnen Bildträger entwickelten, Verfahren.
Röntgenbilder (R) werden einer andauernden und intensiven UV-Bestrahlung ausgesetzt, Dias und Negative (DN) von einem am Biologischen Institut der Universität Zürich entwickelten Bakterium befallen, Foto-Abzüge (FV) durch eine alkalische Lösung aufgelöst und die digitalen Fotografien (DF) mit einem speziellen Computervirusprogamm umcodiert.
Im Rahmen der Ausstellung „Tangentiale“ lässt der Künstler mit Beethovens Sinfonie Nr. 4 als „Trigger“ für das Computervirusprogramm Teile seines digital-biografischen Fotoarchivs transformieren. Das biografische Foto und die Musik von Beethoven verschmelzen so zu einem neuen Bild.